Über die bilingualen Karten

Wie kam es zur Idee

Oft werde ich gefragt, wie genau wir es geschafft haben, unsere Mädels ohne ein strenges Familien-Sprach-Konstrukt (bei dem Papa nur englisch und Mama nur deutsch sprechen darf) bilingual aufwachsen zu lassen.
Meine Antwort: Wir sprechen unheimlich viel mit den Mädels. Alles ohne Zwang. Dafür immer irgendwie im Spiel. Und ja, wir tun das, was von der sprachtheoretischen Lektüre oft “verboten” wird: wir mixen!!

Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Meinungen zum Thema Spracherwerb beharrt darauf, dass jeweils ein Elternteil seine Muttersprache mit dem Kind sprechen solle, und das andere ausschließlich nur seine Muttersprache. Aber oft finde ich, dass das das gar nicht möglich ist, denn das andere Elternteil ist dann von der Unterhaltung zwischen Kind und Partner ausgeschlossen, wenn er/sie nicht die Sprache des Partners beherrscht. Das fand ich immer schon traurig, denn Sprache und vor allem Gespräche sind fließende und offene Konzepte für mich, zu denen jeder ein- oder austreten kann, wie er möchte, innerhalb der Familie.

So spreche ich in den USA oft mit den Mädels englisch wenn ihre amerikanischen Freunde um uns herum sind und deutsch wenn wir alleine sind.

Und überhaupt, auch wenn eure Kleinen nicht bilingual aufwachsen: Habt ihr schon mal versucht, mit einem 1-jährigen zu reden? Genau! Da kommt nicht ganz so viel zurück haha!
Ich hatte einmal Lily meine Kaffeemaschine erklärt als sie zwei war, weil ich nicht wusste, was ich den ganzen Tag mit ihr zuhause erzählen sollte. Und obwohl ich Kaffee liebe, bin ich dabei fast eingeschlafen und sie fand es jetzt auch nicht so spannend 😉

Alle wissenschaftlichen Quellen stellen klar: SPRICH MIT DEINEM KIND! Denn das ist gut für die Bindung und die Entwicklung des Kindes. Und für bilinguale Kinder sowieso. Nur fehlte mir oft der passende und auch schnelllebige (weil kleine Kinder noch nicht die Geduld haben, lange bei einem Thema zu bleiben) Gegenstand dazu. Diese Karten sind mein erster Schritt zur Lösung dieses Problems und zum Thema ‘zweisprachiger Umgang & Spiel’ mit Kindern.